Drei, vier Jungs stehen abends stundenlang in der Küche:
sie bereiten leckere Speisen aus der Heimat vor, die es nach Sonnenuntergang  geben wird.
Alle Mitbewohner und Betreuer, egal welchen Glaubens, haben teil  an diesem ganz besonderen Monat. Beinahe zeremoniell wird die süße Suppe mit der Kelle gekühlt und bildet den Beginn des Fastenbrechens. Das gemeinsame Mahl wird fröhlich und auch feierlich in großer Runde genossen.
Seit Sonnenaufgang haben die Jungs weder gegessen, noch getrunken. Es ist ein besonders heißer Monat – während wir das Gefühl des Verdurstens haben, jede Bewegung bei dem Wetter zu viel finden… stehen wir staunend vor der  Kraft, die sie aufbringen, das Fasten bis Sonnenuntergang durchzuhalten. Sie gehen morgens selbstverständlich in die Schule, halten nachmittags die Lernzeit ein, erledigen ihre häuslichen Pflichten, manchmal machen sie sogar Sport .
Nachts schlafen  sie kaum, dafür wird gegessen, gebetet, etwas gedöst- und die Küche leise wieder aufgeräumt…
Schleicht man nachts an dem größeren der Schlafzimmer vorbei, kann man ein ganz leises Murmeln hören und eine spirituelle Stimmung spüren – gemeinsam betet die Gruppe, den jüngsten Bewohner im Arm, quasi in den Schlaf singend.
Wir sind dankbar, dass wir das miterleben dürfen, dankbar für das ganz neue Bild, dass wir vom Ramadan in der AWG-Clearing kennenlernen dürfen.